Wie soll eine Sitzungs-App für den Kreistag aussehen ?

24.04.2016 - Bayer, Dr. Karlheinz

Am 5. April 2016 hat der Kreistag die Frage erörtert, ob es nicht sinnvoll sei, die Sitzungsunterlagen ab 2017 in Form einer Sitzungs-App auszuteilen. Hierzu läuft in diesen Tagen ein Test an, an dem sich etliche Kreisräte beteiligen und ein Gerät der Fa.Apple in die Hand bekommen. Die Kreistagsdebatte war grundsätzlich aufgeschlossen, aber alle Wortbeiträge hatten auch ernst zu nehmende Kritikpunkte, die ihrem Wesen nach sehr liberal sind. So ging es um die Grundsatzfrage, daß man die App nicht an eine Hardware binden dürfe, in diesem Fall würde das der Internet-Riese Apple sein. Eine Software-Lösung habe vielmehr plattformoffen zu sein. Weitere Beiträge gingen dahin, daß jeder Kreisrat seinen eigenen PC müsse nutzen dürfen, außerdem muß auch weiter ein Papierausdruck - zumindest auf Wunsch jedes Kreisrats - machbar und möglich sein. Dr.Bayer formulierte den folgenden Antrag, nachdem ein allzu rosaroter Beitrag über die iPads in der Presse erschienen ist.

Sehr geehrter Herr Landrat,

der Bericht in der Zeitung gestern ( ARZ vom 23.4.2016 ) veranlaßt mich, einen formlosen Antrag zu stellen zu der Idee einer Sitzungs-Applikation. Grundsätzlich ist eine Software-Lösung möglich, ob sie jedoch erstrebenswert ist, sollte am Anfang der Ãœberlegung stehen.
Sparen wir dadurch Zeit? Haben wir einen besseren Zugriff auf Daten als jetzt schon?
Kostet eine Softwarelösung mehr Zeit? Haben wir einen schlechteren Zugriff auf Daten?

Antragspunkt 1 ist, daß man Plattform-Alternativen zu Apple und i-Pad ins Kalkül zieht.
Die Begründung hierfür ist, daß der Industriestandard inzwischen Android/Google ist, der auf allen Rechnern arbeitet und nur bei Apple einer Einbindung bedarf.
Eine weitere Begründung ist, daß die Apple-Software als keineswegs sicher gilt, weil es sich um eine amerikanische Software nach amerikanischem Datenschutzrecht handelt.
Antragspunkt 2 ist, daß man eine plattformunabhängige Lösung anstreben sollte.
Die Begründung hierfür ist, daß es sich bei der App um eine Software-Lösung handelt, die grundsätzlich plattformunabhängig funktionieren muß.
Antragspunkt 3 ist, alternativ eine VPN-Lösung *) in Erwägung zu ziehen, wie dies bereits von etlichen Kreisräten (namentlich Herrn Mohrbacher und mir) vorgeschlagen wurde.
Die Begründung hierfür ist, daß eine VPN-Lösung im Gegensatz zu einer Apple-Software tatsächlich sicher ("secure" und "safe")  ist und über Login-Protokolle rückverfolgbar.
Antragspunkt 4 betrifft die Offenlegung der anstehenden Kosten und die im Vergleich zu anderen Lösungen, namentlich VPN.
Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die Nutzung eigener Geräte in einer groߟen Zahl der Fälle die Anschaffung für i-Pads unnötig machen würde.
Weiter ist zu berücksichtigen, daß die i-Pads keine Möglichkeit zum Austausch eines Akkus besitzen, was bedeutet, daß nach einer mittleren Laufzeit von derzeit 3-5 Jahren eine Neuanschaffung nötig wäre. Andere Hersteller erlauben den Austausch der Batterien.
Im Zusammenhang mit diesem letzten Antragspunkt bitte ich auch darum, die bisherigen Kosten für den Papierversand zu beziffern.
Antragspunkt 5 geht dahin, auch zukünftig eine Papier-Option alternativ beizubehalten, egal welche Software-Lösung zum Zug kommt.
Ich persönlich arbeite Sitzungsunterlagen grundsätzlich lieber mit einem Bleistift durch und brauche die Möglichkeit, Anmerkungen zu machen.
Dies geht zwar auch mit  pdf-Dateien, aber deutlich umständlicher als mit Papier - außerdem sei in dem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß Apple die Zusammenarbeit mit dem pdf-Softwarehaus Adobe aufgekündigt hat **) . Auch das geschah aus rein profitorientiertem Plattformdenken und in der Absicht, Kunden an Apple zu binden.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr
Karlheinz Bayer
 

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