Den Sommer verschlafen - den Winter verspielt

01.11.2020 - Gassner, Martin

Den Sommer verschlafen - den Winter verspieltDie Pandemielage verschärft sich. Die „Stunde der Exekutive“ dauert nun schon seit März an. Damals war ein schnelles beherztes Handeln zielführend. Nun sehen sich die Regierenden in Land und Bund wieder veranlasst „konsequent durchzugreifen“.
 
Krisen dieser Art können nur gemeinsam gemeistert werden. Gemeinsamkeit entsteht dort, wo der Einzelne Verantwortung übernimmt. Übernehmen kann. Schon sehr früh war klar, dass im Herbst eine zweite Welle kommen und wahrscheinlich den ganzen Winter andauern wird. Zielführende Einschränkungen sollten in ihrer Notwendigkeit belastbar sein. Nur so wird der Bürger Einschränkung akzeptieren und Handeln verändern. Zukunftsorientierte Politik erstellt Szenarien und erarbeitet tragfähige Strategien zur Umsetzung. Die Regierenden in Land und Bund haben die Chance des Sommers verschlafen. Verschiedene Eskalationsstufen von Maßnahmen zu definierten Pandemiezeitpunkten hätten in den Parlamenten diskutiert und gefunden werden müssen.
Nun wollen sich die Regierenden breitbeinig als Macher darstellen und Gehorsam einfordern. Leider lassen sich Naturkatastrophen aber von Hybris nicht beeindrucken. Dem Virus ist nur durch Abstand, Maske, Lüften, App, Hygiene und beschränkte, nachverfolgbare Kontakte beizukommen. Der Aktionismus, der mehr Wert auf spürbare Härte, als auf Wirksamkeit legt, verschleiert die Tatsache, dass diese Krise nur vom Miteinander sich verantwortlich verhaltender Bürger gelöst werden kann. Ausgewogener Lösungen brauchen gute Debatten, die Offenlegung der Diskurse. Diese Aufgabe können nur die Parlamente erfüllen. Der Widerstreit der Meinungen schafft den Zusammenhalt in demokratischen Gemeinschaften. Er wird zum Kollateralschaden der Inszenierung von Regierungshandeln. Ebenso werden die wirtschaftlichen Existenzen von Gastronomen, Soloselbstständigen, Schaustellern, Künstlern, Veranstaltern, Vereinen und vielen Anderen zur Verhandlungsmasse, obwohl dort gute Lösungen für geringe Risiken gefunden wurden. Die Folgen für die seelische und psychische Gesundheit von Einsamen, Alten, Kranken und Kindern werden ebenso wie die finanziellen Belastungen kommender Generationen zur Vereinfachung ignoriert.
Immer dringender werden gute, aufklärende Plenardebatten, die Menschen dafür gewinnen, sich verantwortlich zu verhalten. Politik hat nicht durch Verbote zu erziehen, sondern durch Transparenz für Verantwortlichkeit zu werben.
Viele Köche verderben eben nicht den Brei, sondern schaffen es das Beste zu kreieren. Es kommt eben auf die Köche an. Dafür wurden Bundes- und Landtage gewählt. Weggewischte Zielkonflikte treiben den Trotz und Abwehrreflexe gegen die Einschränkungen. So schwindet die Durchhaltefähigkeit. Dann hätten die Regierenden nicht nur dem Parlamentarismus geschadet und den Sommer verschlafen, sondern auch den Winter verspielt.
 

Freie Demokratische Partei

Yannick Kalupke, Kandidat zur Landtagswahl im Wahlkreis 52 Kehl
Benedikt Eisele, Ersatzkandidat zur Landtagswahl im Wahlkreis 52 Kehl
Rita Klee, Kandidatin zur Landtagswahl im Wahlkreis 51 Offenburg
Martin Gassner-Herz, Kandidat zur Bundestagswahl im Wahlkreis 284 Offenburg

 

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